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Digitale Fitness und Lernen im Alter

    Mit diesem Beitrag will ich Sie herausfordern und Ihre Neugier wecken, wenn ich sage: „Reden wir über Lernen im Alter. Und über Ihre „digitale Fitness“. Allerdings sollten Sie sich zum Lesen dieses Beitrags etwas mehr Zeit nehmen. Denn er ist „etwas“ ausführlicher, als es normaler Weise der Fall ist. Aber es lohnt sich, versprochen!

    Zur Motivation habe ich eine Einladung für Sie …

    Für viele Menschen ab einem bestimmten Alter ist das Aufbauen und Pflegen der Digital-Kompetenz auf den ersten Blick vielleicht auch nervig, langweilig, trocken. Oder auch noch kein ernstes Problem. Je nachdem, wie Ihr beruflicher oder privater Erfahrungshintergrund aussieht.

    Egal, wie Sie zum „Lernen im Alter“ und „Digital-Kompetenz“ stehen, ich lade Sie herzlich auf eine gedankliche Reise ein. Schauen Sie mit mir gemeinsam hinter die Kulissen. Und vielleicht -oder besser: hoffentlich! – kann ich Sie davon überzeugen, diese Reise weiter fortzusetzen und mit Freude und Neugier sich der spannenden digitalen Welt zu öffnen. Dazu werde ich Ihnen Fragen stellen, die hoffentlich zum Nachdenken anregen und motivieren, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden, etwas für Ihre digitale Fitness zu tun.

    Beginnen wir mit einer Fangfrage:

    Welcher der folgenden Sätze trifft auf Sie zu?

    Wenn Sie wissen wollen, welche Gedanken hinter den Aussagen stecken, dann klappen Sie einfach den Text darunter auf. Falls nichts davon auf Sie zutrifft, dann sind Sie eigentlich schon willens, etwas für Ihre digitale Fitness zu tun. Theoretisch können Sie diesen Teil dann überspringen oder aus Interesse bzw. zum Vergnügen lesen.

    „Kommen Sie mir bloß nicht mit dem Digital-Kram. Ich bin glückliche/r Rentner/in und bin froh mit Computern nichts mehr zu tun haben.“

    Das sagt sich so leicht. Aber wie erledigen Sie zukünftig Ihre Bankangelegenheiten, organisieren Ihre medizinische Versorgung und kommunizieren mit Ihren jüngeren Familienmitgliedern, wenn die betreffenden Personen oder Einrichtungen schon jetzt nicht mehr direkt persönlich oder telefonisch erreichbar sind?

    „Wenn was mit dem Computer oder Handy ist, frage ich meine Kinder, Enkel, Nachbarn, Freunde…“

    Das ist schön. Aber was machen Sie, wenn die alle mit ihren eigenen Leben zu tun haben und keine Zeit haben? Geht es Ihnen mit dem Gefühl der Abhängigkeit wirklich gut? Und wollen Sie bei allem Vertrauen in die Personen wirklich alle intimen Daten für sie zugänglich machen?

    „Die digitale Bürokratie treibt mich in die Verzweifelung. Sie raubt mir ständig Lebenszeit und Lebensqualität.“

    Das ist ein ernst zu nehmendes Problem. Denn es geht um Ihr Leben, Ihre Gesundheit und Ihre Energie. Deshalb ist es um so wichtiger, dass Sie wissen, wie die Dinge funktionieren und was dahinter steckt. Also wäre es doch besser, wenn Sie sich mit vertretbaren Aufwand selbst zu helfen wissen?

    „Eigentlich würde mich das mit den digitalen Anwendungen (Apps) schon interessieren. Aber immer wenn ich nachfrage, heisst es: ‚Ich mach‘ das mal schnell für dich.‘ Dann kommt auch noch lauter Fach-Chinesisch und ich verstehe nur Bahnhof.“

    Das sollte nicht so sein. Denn Geduld ist beim Vermitteln von Wissen und Fertigkeiten extrem wichtig. Genauso wie Einfühlungsvermögen und ein gewisses didaktisches Geschick. Letztlich wünschen Sie sich, dass sich jemand Zeit für Sie nimmt, alles geduldig und einfach erklärt, auf Ihre Fragen eingeht und Sie selbst unter fachlicher Anleitung ausprobieren lässt?

    Natürlich habe ich in meinen diversen Interviews mit älteren Menschen noch weitere vergleichbar Aussagen gehört, bevor ich die „Agentur Lebenskunst“ gründete. Aber diese kamen am häufigsten vor und sind sozusagen repräsentativ.

    Grundsätzlich war die Resonanz auf mein Vorhaben, so eine Art private „Weiterbildungsakademie für Seniorinnen und Senioren“ zu gründen, übrigens sehr positiv. In der zweiten Phase meiner Gespräche drehte es sich um die Frage:

    Was tun Sie für Ihre Fitness im Alter?

    Ihre körperliche Fitness ist Ihnen wichtig – aber warum?

    Lassen Sie mich raten: Sie wollen so lange und so eigenständig ein selbstbestimmtes und aktives Leben führen. Deshalb treiben Sie regelmäßig Sport, sind viel zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs. Das hält nicht nur fit, sondern macht auch Spaß, vor allem wenn Sie diese Aktivitäten gemeinsam mit Gleichgesinnten teilen. Nebenbei feiern Sie hier Ihre großen wie kleinen, persönlichen Erfolgserlebnisse. Prima, dran bleiben!

    Wie kümmern Sie sich um Ihre psychische Fitness?

    Ganz bestimmt sind diese Klassiker dabei: Familie und Freundschaften pflegen, ins Theater, Kino und Konzert gehen, Museen und Galerien besuchen, sich ehrenamtlich engagieren, einem tollen Hobby nachgehen, Reisen unternehmen und noch vieles mehr. Sehr gut, weiter so!

    Und was tun Sie für Ihre Fitness im Kopf?

    In einer Fernsehwerbung für Nahrungsergänzungsmittel kam zum Schluss die Frage: Und was tun Sie für Ihr Gedächtnis? Klar, eine Pille nehmen. Als ob das ausreichen würde… Natürlich braucht das Gehirn die passende Nahrung in Form von stofflichem „Input“. Aber wir wissen alle, dass das beste Mittel, um das Gehirn fit zu halten ist: Training, Training und nochmals Training.

    Viele von Ihnen halten sich gedanklich fit, indem sie anspruchsvolle Bücher lesen oder eine Sprache lernen oder sich auf andere Weise weiterbilden. Das tun Sie freiwillig und ohne Druck, weil es Ihnen Spaß macht. Und wenn Sie eher lern-faul sind, dann habe ich eine Überraschung für Sie: Ohne dass es Ihnen bewusst ist, trainieren Sie mit jeder Aktivität Ihr Gehirn bis ins höchste Alter und ganz nebenbei. Sie merken gar nicht, dass Sie jeden Moment etwas Neues dazu lernen. Sie können das gar nicht verhindern!

    Lernen macht im Alter besonders viel Spaß!

    Wir sind und bleiben eine sehr neugierige Spezies. Deshalb macht uns Lernen, also Neues erfahren, meistens Spaß. Vor allem wenn es ohne Leistungsdruck stattfindet, gegenseitigen Austausch ermöglicht und auch noch Erfolgserlebnisse bringt. Dann sind wir zufrieden und sehr stolz auf uns.

    Spaßverderber?

    Das ungute Gefühl kommt auf, wenn wir uns mit Themen beschäftigen müssen, die uns Angst machen, zu kompliziert erscheinen oder nervig sind, aber sein müssen. Und wenn wir dann in eine „schulische Situation“ gezwängt werden, die wenig Rücksicht auf unsere eigene Erfahrungen und individuellen Bedürfnisse nimmt oder von Leistungs- und Erfolgsdruck geprägt sind, dann vergeht uns alles.

    In der Wahrnehmung vieler, vor allem älterer Menschen ist die Digitalisierung genau so ein Thema. Man ihr nicht mehr ausweichen, sie ist kompliziert, viel zu schnell und oft schafft sie mehr Probleme als sie löst. Und dann verschärft sie auch noch das Gefühl der Vereinsamung und Isolation. Das verunsichert, macht Angst.

    Nur nicht Bange machen lassen!

    Angst ist kein guter Ausgangspunkt, um sich mit dem Thema aktiv auseinander zu setzen. Ich höre oft von älteren Mitmenschen, dass sie zu alt sind, um zu lernen, wie man sich in der digitalen Welt zurecht findet. Doch aus Erfahrung weiss ich: Sie irren sich! Letztlich kann jede/r diese Welt genau so erkunden, wie die reale. Alles was es braucht, ist eine Portion Neugier, ein lohnenswertes Reiseziel, einen kompetenten Reiseführer (bzw. Reiseführerin), gutes Wetter (oder die passende Kleindung) und eine nette Reisegesellschaft. Weitere Werkzeuge wie eine Landkarte, einen Wegweiser und einen Kompass und das Wissen, wie man damit umgeht, sorgen zusätzlich dafür, dass es eine gute Reise wird und das Ziel erreichbar ist.

    Also: werfen Sie Ihre Vorurteile und Bedenken über Bord!

    Das Lernen von „Digital-Kram“ ist interessant und macht Spaß, auch wenn Sie kein technik-begeisterter Mensch sind. Sie werden neue Möglichkeiten kennenlernen, wie Sie sich Ihr Leben in dieser digitalisierten Welt leichter machen können. Und ganz nebenbei tun Sie noch etwas für Ihre Fitness im Kopf – ganz ohne Pillen.

    Falls ich Sie noch immer nicht überzeugt habe, stelle ich Ihnen eine letzte Frage. Und liefere Ihnen die passenden Antworten.

    Warum ist „digitale Fitness“ auch im Alter wichtig?

    Wir halten uns also mit vielen Aktivitäten körperlich und geistig fit. Und warum ist uns das nochmal im zunehmenden Alter immer wichtiger? Richtig: Wir wollen beweglich bleiben, Spaß haben, unser Leben so lange wie möglich selbst gestalten und genießen, den zunehmenden Schwierigkeiten und Einschränkungen im Altern die Stirn bieten. Und je älter wir werden, um so wichtiger werden für uns Selbstbestimmtheit, Unabhängigkeit und Teilhabe im Alltagsleben.

    Parallel erleben wir, wie sich unser Umfeld rasant verändert und uns immer mehr ausgrenzt. Die durchgehende Digitalisierung unseres Alltags schreitet unaufhörlich voran. Künstliche Intelligenz, die ich persönlich für eine Ausrede zur Pflege der menschlichen Denkfaulheit, Inkompetenz, Macht- und Geldgier halte, dient als Reaktionsbeschleuniger.

    Wir haben drei Möglichkeiten, damit umzugehen:

    1. Dagegen ankämpfen?
      Sinnlos, dieser Zug gehört nicht zur Deutschen Bahn. Er ist nicht nur bereits abgefahren, sondern in der Zukunft angekommen. Es ist nur noch bedingt unsere Zukunft, aber mit den Auswirkungen müssen wir im hier und jetzt klar kommen.
    2. Resignieren?
      Inakzeptabel. Damit geben wir alles auf, was uns als Menschen mit Lebenserfahrung ausmacht und wichtig ist: persönliche Unabhängigkeit, Selbstbestimmtheit und Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben. Das kann nicht unser Ziel sein.
    3. Annehmen und mitgestalten!
      Das ist der Weg, zu dem ich Sie motivieren, unterstützen und begleiten möchte. Er ist nicht einfach. Aber mit einer guten Portion Willensstärke, Neugier und Freude am Aktiv sein können Sie sich das nötige Wissen und die erforderlichen Fertigkeiten aneignen, um auch digital fit zu sein.

    Übrigens …

    Wenn Ihnen der Gedanke der digitalen Fitness immer noch nicht behagt, dann betrachten Sie es als begleitete Reise in neue Welten. Beides tut Ihnen gut. Und ich begleite Sie gerne dabei mit Einfühlunsvermögen, Geduld und Fachkompetenz. Also, worauf warten Sie noch?